Thomas Werk

Thomas Werk
Born 1971
Lives and works in HomeBerlin, Germany.
 

1971

1985

1990 – 1992
1992 – 1994
seit 1994


in Berlin geboren
aufgewachsen und evangelisch geprägt in Ost-Berlin
erste literarische Arbeiten und Zeichnungen
Lyrik und Prosa, Natur- und Landschaftsstudien
Studium Kunst / Germanistik, Humboldt – Universität Berlin
Studium Germanistik / Philosophie, Humboldt – Universität Berlin
freischaffend
Entwicklung der Themen Vergänglichkeit, Liebe und Tod
zu Arbeiten mit konfessionellem Inhalt

Projekte; Projektbeteiligungen

1998
2000
2001
2004
2005 / 2006

2007
2007
2007/ 2008
2008

2009


Lesung literatur-werkstatt, Berlin
Lesungen
Lyriknacht / Wolkenbügel, Berlin
"Odysseus – Klagelieder" – Aufführung im Künstlerhaus Berlin
"1 Taube, 2 Psalmen" – Ausstellung, Kapelle Campus Benjamin Franklin, Berlin
"Der Himmel auf Erden?" – Brandenburg, Beeskow, Frankfurt / Oder,
Potsdam, Kassel – Ausstellungsbeteiligung
"Bergpredigt" – Ausstellung, Evangelische Akademie Loccum
"Ave Maria" – Akademie Franz Hitze Haus, Münster – Austellungsbeteiligung
"Zeichnungen + Monumente + Texte"; Bildvortrag Kloster Schwarzenberg 19.4.2008
"Zeichen und Wege" – Ausstellung, Kirche Am Hohenzollernplatz, Berlin; >>> mehr
"Bruder Sonne, Schwester Mond – Wege zur bildnerischen Gestaltung des franziskanischen Sonnengesanges"; 14.Mai – 17.Mai; Wochenendkurs
Kloster Schwarzenberg

Publikationen

2004
2005
2006

2006
2007
2007



2008


"Programm", Zeitung der Katholischen Akademie, Berlin
"Der Himmel auf Erden?", Katalog zur Ausstellung
"alte und neue Kunst", Jahrbuch des Vereins für christliche
Kunst in den Bistümern der Kirchenprovinz Paderborn e.V.
bildimpuls; "2 Betende"; "Der barmherzige Samariter"
bildimpuls; "Dreieinigkeit"
Forum Loccum, Nr.3 / August 2007, 26. Jahrgang
das münster Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft;
Stern von Bethlehem, Heft 4/2007 (60. Jg.)
bildimpuls; "Stern von Bethlehem"
bildimpuls; "Lobgesang nach dem Abendmahl"
das münster Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft;
Verspottung, Heft 2/2008 (61. Jg.)

Die Arbeit des Berliner Malers und Bildhauers Thomas Werk sieht ein skulpturales Bild im städtischen Raum vor. Dabei gehört der minimalistische Ansatz, die gestalterische Reduktion auf ein Minimum an Umriss, Volumen und Farbe, zu den Vorzügen dieser Skulptur. Auffallend ist, dass der künstlerische Entwurf ohne Ablenkung durch ornamentale Elemente auskommt. Der Betrachter wird nicht gestört durch Überfluss und Verschwendung in den eingesetzten Mitteln. Die Arbeit vermeidet jede geschmäcklerische Gefälligkeit, es handelt sich um eine Ästhetik der extremen Einfachheit, wobei Simplizität hier nicht Banalität bedeutet, sondern radikale Reduktion… Die radikale Reduktion der Form fordert Stille ein, sie propagiert Schweigsamkeit und einen hohen Ernst in der redseligen Bilder- und Sprachflut unserer Zeit.

Christhard-Georg Neubert

Stiftung St. Matthäus, Berlin, Juli 2006

Der Entwurf des Engel-Monumentes von Thomas Werk greift eines der frühesten Motive der abendländischen Kunst auf, befreit es vom Ballast früherer Verkitschung und übersetzt es in ein unmittelbar eingängiges archetypisches Bildvokabular, das von jedem verstanden wird. Die Stilisierung zu einer schlichten Figur aus geometrischen Ur-Formen (Quader und Kugel) stellt die ideale Verbindung zwischen Figuration und Abstraktion dar. Der Engel wird somit nicht zu allzumenschlicher Banalität degradiert … , ebenso wenig verflüchtigt er sich zum bloß virtuellen Phantasiewesen. Vielmehr läßt Thomas Werk den Engel das sein, was er der jüdisch-christlichen Überlieferung nach seit jeher ist: Ein reales, den Willen Gottes kündendes und zugleich den Menschen schützendes Geistwesen.

Dr. Jakob Johannes Koch

Deutsche Bischofskonferenz, Bonn, April 2007

Denn das Ergebnis ist nicht korrigierbar. Der Künstler kann es verwerfen oder akzeptieren, aber nicht korrigieren. Es ereignet sich. Das heißt, was hier an den Wänden zu sehen ist, sind Ereignisse, Zeugnisse des Ergriffenseins und damit auch des Verletzlichen und der Anfechtung, übrigens auch zentrale Momente eines jeden Glaubens. Es gibt keinen Glauben ohne dieses Ergriffensein, ohne diese Anfechtung.

Dr. Christine Goetz

Kunstbeauftragte des Erzbistums Berlin; ZEICHEN und WEGE, Rede zur Ausstellungseröffnung
Kirche Am Hohenzollernplatz, 20. September 2008

Wer zum ersten Mal vor Arbeiten von Thomas Werk steht, kann etwas ratlos sein, muss sich vielleicht erst zurechtfinden. Er sieht Bilder in großer Einfachheit und Schlichtheit ? manche bestehen nur aus ein paar Pinselstrichen in schwarzer Tusche, sie sind ohne Hintergrund, ohne Beiwerk, nur manche von einem bunten Liniengespinst überzogen. Auf vielen Bildern sehen wir Kreise, unterschiedlich groß, entweder geschlossen oder deutlich mit Anfang und Ende gezeichnet. Immer umschließen sie einen inneren Raum ? die Fülle des Lebens. Manchmal stehen sie als Kreisfläche allein, häufig in Verbindung mit einem meist dunklen Balken, der diese Kombination als menschliche Gestalt ausweist, aber ohne jeden individuellen Hinweis, ob Frau oder Mann, ob alt oder jung, schön oder nicht schön, intelligent oder nicht, arm oder reich wirkend, wie gekleidet? Und trotzdem ist erstaunlich, wie der Künstler diese beiden Elemente allein durch ihre Zuordnung ganz differenzierte Gefühle ausstrahlen lassen kann: Zuwendung; Freude; Schmerz und Trauer, Hoffnung und Verzweiflung?

Er folgt damit dem Ruf des Meister Eckhard ?Mensch, werde wesentlich?, wenn er die Dinge und Inhalte, die er darstellt, gedanklich so reduziert und vereinfacht, dass er nur die Essenz, das eigentlich Wesentliche zeichnet. Darin liegt aber auch eine große Redlichkeit und respektvolle Haltung von Distanz, die sich deutlich bei seinem Herantasten an die Gestalt des Jesus von Nazareth und vor allem an Gott in seiner Dreiwesenheit zeigt. Diese Kunst der Reduzierung in der individuellen Bildsprache durchzieht alle seine Arbeiten. Sie macht es möglich, den durch Zeichen gedeuteten Raum über das diesseitig Erkennbare hinaus auszuweiten in transzendente Tiefen…

Unaufdringlich und undogmatisch, führt Thomas Werk mit seinen Mitteln ? ein paar Tuschestrichen auf Papier ? heutige Menschen an das Wesentliche der christlichen Botschaft heran. Er macht Altbekanntes neu bekannt mit zeitgenössischen Sichtweisen und Ausdrucksmitteln. Jede seiner Arbeiten ist daher ? auf hohem künstlerischem Niveau ? wegweisendes Zeichen zu christlichen Inhalten. So arbeitet er auch im Sinn von Josef Beuys, der keine Kunsterscheinung für sich alleine, sondern immer in einem bestimmten Kontext sehen wollte.

Geschmack, Gefallen, vordergründige Schönheit, sind Vokabeln, die zu Thomas Werks Arbeiten nicht passen, sondern Wahrheit und Klarheit sind das, was sie ausstrahlen, das, worauf es dem Künstler ankommt. Wahrheit aber hat die ihr eigene Schönheit und in diesem Sinne sind seine Kunstwerke schön, sehr schön.

Dr. Irmtraud Kulzer

Würzburg, Juni 2008